Marokkanische Linsen

Vieles, das wir gerne mögen, essen wir viel zu selten. Wenn wir das merken, geloben wir schnell Besserung und nehmen uns vor, Suppen, Kartoffeln, Flammkuchen, Nudeln mit Tomatensauce oder was auch immer gerade wieder in unser Bewusstsein gerückt ist, in höherer Frequenz zu kochen, wobei einmal die Woche unsere Standard-Zielvorgabe ist.
Glücklicherweise halten wir uns da nicht wirklich dran, unsere Abendessen wären ziemlich verplant. Trotzdem wünsche ich mir manchmal etwas weniger Inkonsequenz. Bei der Jahresinventur unserer Lebensmittelvorräte beispielsweise zeigte die Vielfalt großer, kleiner, roter, gelber, weißer, schwarzer, gescheckter, geschälter, gespaltener, kichernder, einäugiger Linsen, Bohnen und Erbsen, dass sich unser Faible für Hülsenfrüchten in unseren Einkäufen zwar deutlich niederschlägt, wir beim Verkochen aber ziemlich hinterherhinken. Deshalb: Auch wenn wir keinen Jahreswechsel für küchenbezogene gute Vorsätze brauchen – immerhin noch 51 1/2 frisch und unverplant vor uns liegenden Wochen bieten sich doch ideal dafür an, das auch in diesem Fall schon mehrfach beschlossene ein mal wöchentlich etwas ernsthafter ins Auge fassen!

Los geht’s mit einer Empfehlung für den Wiedereinstieg in den nachfeiertäglichen Alltag in Form einer marokkanischen Linsensuppe. Kein großer Küchenzauber, dennoch sehr lecker und gut nebenbei für die nächsten ein, zwei Tage im Voraus zuzubereiten – womit auch meinem Dauervorsatz, unter der Woche nicht allzuviel Zeit mit Kochen zu verbringen, Genüge getan wäre.


Rezept
für 2 x 2 Personen
Kochzeit ca 1h, davon mind. 30 Minuten unbeaufsichtigt

250 g grüne Linsen
1 große Mohrrübe
4 getrocknete Aprikosen
2-3 EL Tomatenmark
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver
1 TL Kurkuma
1 TL getrockneter Ingwer
1/2 TL Zimt
Olivenöl, Salz, Pfeffer
nach Geschmack Petersilie und/oder Koriander

Dazu passen z.B. Weißbrot, Reis oder angebratene Polenta

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vegetarischer Borschtsch

Noch vier Adventswochenenden, dann ist Weihnachten. Noch ein Monat, dann ist das Jahr rum. Der Wunsch, dass diese Restzeit nicht in Stress ausarte, sondern eine Zeit der Muße, des Innehaltens oder Sich-Besinnens sei, ist weit verbreitet. Allerdings sind die Gründe für diesen Wunsch, die oben genannten, Weihnachten und Jahresende, gleichzeitig diejenigen, die seiner Umsetzung im Wege stehen, und je weiter der Dezember rückt, desto mehr wird sich diese paradoxe Situation zuspitzen.

Mein Vorschlag für eine endspurtentschleunigende Abendgestaltung jetzt, wo der Countdown gerade erst zu laufen angefangen hat, ist die Zubereitung eines Borschtschs. Denn den schüttelt man nicht mal schnell aus dem Ärmel, zumindest nicht, wenn man ihn so wie ich gerne mit filigran gestifteltem Gemüse isst. Gleichzeitig erfordert er nicht viel Konzentration und ist somit sehr geeignet für ein gemütlich gemeinsam verschwatzten Kochabend.
Das Rezept habe ich mir entlang des Kochbuchs „Nationale Küchen“ zusammengebastelt, das Ende der 70er Jahre einen Überblick über typische Gerichte der sowjetischen Unionsrepubliken gab. Schon das Einlesen ist nichts für Ungeduldige – insgesamt dreieinhalb bilderlose Seiten mit insgesamt sieben Rezeptvarianten sowie vier Möglichkeiten, wie man den Rote Beete-Kwas ansetzt, der dem Borschtsch seine milde Säure verleiht. Lässt man sich darauf ein, hat das nichts abschreckendes, im Gegenteil – als ich die anderthalbseitige Einleitung hinter mir hatte, hätte ich am liebsten die Axt aus dem Schuppen geholt, um einen Sack voll Knochen längsweise aufzuspalten und so die 6 1/2 Stundenvariante des Borschtschs zubereiten zu können. Trotzdem habe ich diese Version auf eine andere Gelegenheit vertagt und uns für eine vegetarische, immerhin auch noch 1 1/2 Stunden dauernde Abwandlung entschieden, die uns schnippelnder- und genießenderweise einen gleichermaßen angenehm entspannten wie entspannenden Start ins erste Adventswochenende beschert hat.

*          *          *

PS: Natürlich haben auch wir unseren Bortsch mit Sauerrahm gegessen, ich habe es jedoch nicht über mich gebracht, die Monochromie des Photos zu zerstören.

Und wo ich gerade bei der „typischen“ Farbigkeit des Borschts bin, gibt’s auch noch ein PPS: hättet Ihr gedacht, dass der Eintopf farblich sozusagen eine 180 Gradwendung mitgemacht hat und ursprünglich mal grün war? Nachzulesen hier in einem überaus interessanten Artikel des Publizisten Udo Pollmer zur Geschichte des Borschtschs – nur für den Fall, dass man vor dem Servieren noch ein paar ruhige Minütchen übrig hat…


Rezept
für 2 x 2 Personen

gut 600 g Rote Beete
400 g Weißkraut
400 g Kartoffeln
200 g Mohrrüben
200 g Petersilienwurzel
1 Zwiebel
4 Lorbeerblätter
250 ML Brottrunk
2 EL Essig
1 EL Tomatenmark

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Süßkartoffeln mit Meerrettichquark

Heute trafen sich zum Date in unserer Küche zwei unterirdische Geschöpfe; der eine ein alter Bekannter in badischen Äckern und Küchen, die andere dieses Jahr Debütantin hier auf dem Markt.

In beiden Fällen verbirgt sich unter dem unscheinbarem Äußeren ein ausgeprägter Eigencharakter, vielleicht weil es sich bei beiden um Gewächse mit verkanntem Wesen handelt. Denn weder gehört der Meerrettich zu den anderen Rettichgewächsen – er ist ein ziemlicher Eigenbrötler in der weit verzweigten Familie der Kreuzblütler, noch ist die Süßkartoffel eine Kartoffel, sie ist eine poetische Winde. Und so unterschiedlich diese beiden Charaktäre auch sind, so gut haben sie in diesem einfachen Gericht spontan miteinander harmoniert. Wir werden ihre Bekanntschaft im Auge behalten ;)

Rezept
für 2 Personen

ca 600 g Süßkartoffeln
1-2 EL frisch geriebenen Meerrettich – je nach Schärfe und Geschmack
1 kleine Knoblauchzehe
150 g Magerquark
150 g Sauerrahm
Öl – Kokosöl passt sehr gut, anderes geht aber auch

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eingelegte Chili

Ein bisschen Sommer wollen wir uns noch mit in den Winter hinüber retten, nachdem dieses Jahr schon die Tomatenwelle über uns hinweggerollt ist, ohne dass wir die Gelegenheit zum Einkochen ergriffen hätten. Chilis, die wir diesem Zusammenhang auch Peperoncini nennen könnten, machen wir kalt nach italienischer Anleitung mit Salz, Öl und Essig ein. Das zieht sich zwar über einen Tag hin, ist aber unkompliziert und geht ganz ohne stundenlanges Eingeköchel und Flottelotteln. Skepsis in Anbetracht des Essigs ist übrigens überflüssig; die Chilis haben zwar eine ganz leichte Essignote, sind aber nicht im Geringsten sauer. Ich nehme an, der Essig dient primär der Sterilisation der Chilis, ebenso wie der vorherige Wasserentzug durch das starke Salzen. Dadurch büßen die Chilis zwar einen Teil ihrer Schärfe und auch etwas Biss ein, sind also nicht mehr 1:1 wie im Frischzustand zu verwenden, sie sind aber immer noch köstlich und machen sich auf Brot oder in Pasta und auf Pizza, kurz vor dem Verzehr hinzugegeben, ganz hervorragend.


Rezept

2 kg Chilis
4 gehäufte EL Salz
1/2 l Essig
Knoblauch
Olivenöl

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Flammkuchen mit Zucchini und Dill

FlammkuchenSeit Weihnachten haben wir einen Pizzastein. Der funktioniert super, sogar noch besser als erhofft, mutiert aber gerade langsam zum Flammkuchenstein. Flammkuchen mögen wir (zumindest zur Zeit) nämlich genausogern wie Pizza und sie haben den großen Vorteil, dass ihr Teig hefefrei ist. Denn trotz gut im Voraus zubereitbarer Hefeteige, die langsam langsam im Kühlschrank vor sich hin gehen, während man sich den Arbeitstag um die Ohren schlägt und die nach Feierabend nach einem kurzen Endspurt im Warmen schnell einsatzbereit sind, und auch wenn Teigkneten bestimmt ein undvergleichlich entspannter Start in den Tagist, so ist Wohlorganisiertheit am Morgen nicht immer unsere Stärke, und zumindest ich purzle oft aus dem Bett in den Tag aus dem Haus. Also Flammkuchen, derzeit besonders gerne mit Zucchini und Dill.


Rezept
für 2 Personen bzw. 2 Flammkuchen

200 g Mehl
100 g lauwarmes Wasser
1 gestr. TL Salz
2 EL Öl

1 Becher (200 g) Sauerrahm
1 mittelgroße Zucchini, z.B. à knapp 300 g
2 EL gehackter Dill
2 Zehen Knoblauch, gepresst
Salz, Pfeffer

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