Orecchiette mit Bärlauch und Schafskäse

Zur Hoch-Zeit meiner Bärlauchsammelleidenschaft vor gut fünfzehn Jahren schleppten der mit-infizierte Teil meiner WG und ich (vor allem ich?) einkaufstütenweise Bärlauch an, um ihn zu Pesto, dem Einsteiger-Rezept aller Bärlauchsammelnden, zu verarbeiten. Zunächst zum Sofort-Verzehr, dann, um Vorräte anzulegen, die uns über den kargen Sommer bringen sollten.
In meiner Erinnerung besetzten die Gläser einen nicht unbeträchtlichen Teil des Kühlschranks, wurden zuerst – da man nach solchen Massenproduktionen das Fabrizierte ja meist erst mal nicht mehr sehen kann – ignoriert, dann tatsächlich vergessen, und wenn man nach einiger Zeit wieder Appetit bekam bzw. der Kühlschrank aufgeräumt werden musste, war ein Teil angeschimmelt, vergoren oder explodierte beim Aufmachen. An den Rest traute man sich nicht mehr ran.
Die Lust auf Bärlauchpesto ist mir seitdem ziemlich vergangen, weshalb ich es auch tunlichst vermeide, unser heutiges Abendessen als solches zu bezeichnen. Auch wenn es, nun ja, gewisse Ähnlichkeiten gibt.


Rezept
für 2 Personen
25 Minuten

1 kleine Handvoll Bärlauch (ca 20 g)
75 g Schafskäse
1 guter Schluck Weißwein
1/2 TL Honig
Peperoncini
300 g Orecchiette

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Schwarzwurzelschaumsuppe mit Trüffelöl

„F R Ü H L I N G ?“ Das Wetter grinst hämisch, zeigt mir den Vogel und rauscht noch einmal so richtig in den Keller. Glaubt es etwa, ich bräuchte laue Lüftchen, um Frühlingsgefühle zu entwickeln? Pah, da bin ich flexibel – ein kleiner Frühjahrsputz im Kühlschrank tut es auch, fast zumindest. Das dabei ans Licht beförderte letzte Restchen Trüffelöl, fester Bestandteil unserer kulinarischen Wintergarderobe, wird sofort verkocht, es hat hier nicht  länger was zu suchen – so winterlich das Süppchen mit seinen Schwarzwurzeln und seiner Sahnigkeit auch anmuten mag, der Kerbel zeigt, wohin die Reise geht. Wohlan!


Zutaten
für 2×2 Portionen

500 g Schwarzwurzeln
Butter
1 kleine Zwiebel
500 ml Brühe
150 ml Sahne
100 g Sauerrahm
Kerbel

Die Schwarzwurzeln unter fließendem Wasser abbürsten, mit Schale in einen Topf geben und  ca 5 Minuten kochen. Etwas abkühlen lassen, schälen. Währenddessen die Zwiebel würfeln und anbraten. Schwarzwurzeln und Brühe dazugeben und so lange köcheln, bis die Schwarzwurzeln weich sind. Mit der Sahne gut durchmixen, so dass die Suppe schön schaumig ist, auf Teller geben und mit einem Klecks Sauerrahm, einem Schlenker Trüffelöl und dem Kerbel bestreut servieren.

 

Quelle: leicht abgewandelt nach Wolfgang Lechner im Zeitmagazin

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Blutorangen-Ricotta-Kuchen

Einige Wochenenden lang hingen bei uns Kuchengelüste in der Luft. Sie wurden zunehmend raumgreifend, weshalb wir uns letzten Sonntag mit ihnen an einen Tisch gesetzt haben. Darauf stand obiger Blutorangen-Ricotta-Mandelkuchen. Nicht zu süß, saftig und dezent fruchtig löste er alle Wünsche im Nu in Wohlgefallen auf, seine etwas kuchenuntypische Konsistenz – sehr weich und sehr feucht – brachte ihn zudem als Dessert-Option ins Spiel. Was praktisch war, denn wir hatten uns für gestern als Nachtischlieferanten angeboten, sind in diesem Bereich aber nicht besonders versiert. Und ja: auch als Abschluss eines leckeren Essens, auch in fremder Umgebung, auch auf den Zungen unserer Gastgeberinnen und, für uns, auch zum zweiten Mal innerhalb einer Wochen ausgesprochen lecker!!


Rezept
für eine kleine Kuchenform (ø 18 cm – für andere Formgrößen s.u.)

130 g Mascobado
2 Blutorangen
2 große Eier
80 Butter
100 g Ricotta
30 Maismehl
90 g Mandelmehl
Salz

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Oeufs mimosa

Mimosen gegenüber hege ich freundliche Gefühle. Anders als bei anderen Pflanzen, die ich einfach so aufgrund ihrer Schönheit mag, beruht meine Sympathie für Mimosen auf einigen wenigen, konkreten, mehr oder weniger blitzlichtartigen Erinnerungen und Assoziationen, die zunächst überhaupt nichts mit ihrem Aussehen zu tun haben. Denn dass Mimosen blühen, wusste ich lange Zeit überhaupt nicht. Da ist zunächst einmal natürlich, in frühem Grundschulalter angesichts einer Bonsai-Mimose, die Faszination darüber, dass es Pflanzen gibt, die reagieren, und dass diese Reaktion nicht einfach nur mechanisch wirkt, wie beim Springkraut, sondern wie tatsächliches Verhalten (auch wenn das natürlich nicht ist). Dann kommt lange nichts bis zu einem Mittagessen Ende der 90er mit Mitarbeiterinnen eines Friseurladens in Bangkok, alldieweil sich mein Freund T. mit einem ausgeliehenen Bartschneider selbst die Frisur wieder in Form brachte, nachdem der vorhergehende Besuch in einem anderen Salon zu einem stilistischen Desaster geführt hatte. Es gab viel Gekicher über seinen seltsamen Wunsch, über meine raspelkurzen Haare und über unsere sehr beschränkten Verständigungsmöglichkeiten, dazu vollkommen unbekanntes Mitgebrachtes aus Tupperdosen, unter anderem ein Gericht aus Mimosenzweiglein. Wie sie geschmeckt haben, ist indes nicht hängen geblieben. Vor einigen Jahren dann trat die Mimose in der Erzählung einer russischen Bekannten erstmalig nicht als Blatt- sondern als Blütenwerk in Erscheinung, als eine der „Blumen“, die dort zum Weltfrauentag am 8. März verschenkt werden, der in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach wie vor begangen wird. Letztes Jahr schließlich Schlag auf Schlag: das Stolpern – und das Entzücken – über die ehemals gebräuchliche deutsche Übersetzung des botanischen Namens Mimosa pudica als schamhafte Sinnpflanze, die im Winter erstmals in echt gesehene leuchtend gelbe Pompom-Blüten-Pracht (die leider geheizte Räume gar nicht verträgt), und zu guter Letzt bei einem Essen bei meinen Eltern die kulinarische Interpretation ebenjener Farbexplosion, die in ihrer mayonnaisigen Schwere zwar wenig gemein hat mit der pudrigen Leichtigkeit der tatsächlichen Mimosenblüten, aber so lecker waren, dass wir sie uns gleich mal zur Adaption gemopst haben.


Rezept
für 2 Personen

3 hartgekochte Eier
3 EL Mayonnaise
2 getrocknete Tomaten (nicht eingelegte)
3 EL Petersilie, fein gehackt

statt Tomaten und Petersilie kann man das Eigelb natürlich nach Belieben auch anders würzen, etwa mit Schinkenwürfelchen, gehackten Kapern, Schnittlauch oder anderen Kräutern.

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Sellerieschnitzelchen mit Parmesan-Panade

Den für diese Tage angekündigten Temperatumschwung in deutlich zweistellige Plusbereiche Kopf und das mir beim morgendlichen Lüften entgegengeschallte Vogelgezwitscher im Ohr sprang ich heute das erste Mal seit Langem wieder in meine Joggingschuhe, trabte voller Vorfreude Richtung Wald und landete – es handelt sich um einen Wald in Nordlage – auf einem Eispanzer, der mich nach kurzem, nicht mehr ganz so freudigem Geschlitter zur Revision meiner Pläne, sprich, zur Umkehr bewog.

Das Alternativprogramm für den Rest des Tages war nicht mehr ganz so dynamisch und mündete in einem während des Abendessens noch einmal ausgiebig zelebrierten Bauchpinseln unseres Winterspecks; die Sellerieschnitzelchen in parmesan-angereicherter Panade waren zu diesem Zweck hervorragend geeignet.


Rezept
für 2 Personen

400 g Sellerie
2 Eier
7 El geriebenen Parmesan
10 EL Semmelbrösel
Salz, Pfeffer, Öl

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